Private Geldverleiher

Alles, was mit Geld zu tun hat. Wo man ein Konto eröffnen oder Geld umtauschen kann. Wechselkurse.
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koratwerner (†2012)
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Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Do Jul 31, 2008 9:55 am

Niemand hängt es an die große Glocke, denn man braucht sie, die privaten Geldverleiher.

Thais leihen sich bei privaten Geldverleihern kurzfristig Geld gegen horrende Zinsen und kommen oft nicht mehr aus der Schuldenfalle heraus. 5 % Zinsen pro Monat sollen noch wenig sein und für Tagesgeld sollen 30 % durchaus üblich sein. Auch Farang sollen sich über ihre Thaifrauen an diesem Geschäft beteiligen.

Wer weiß etwas mehr darüber?
Es ist nicht schwer zu wissen wie man etwas macht,
aber es ist schwer es auch zu tun!

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KoratCat
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Re: Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon KoratCat » Do Jul 31, 2008 5:04 pm

Diese Geldverleiher gibt's in eigentlich jedem Dorf. Thaksin's "Village Fund", der es den Dörflern ermöglichte, für nur 6 % p. a. im Turnus und und jeweils bis zu 20.000 Baht begrenzt auf ein Jahrvon einem von der Dorfgemeinschaft selbstverwalteten Fonds zu leihen, hatte jenen ganz schön den Wind aus den Segeln genommen. Aber verschwunden sind sie nicht. Nur sie mussten die Zinsforderungen etwas mäßigen, so etwa 3 % pro Monat sind hier und jetzt gang und gäbe.

Aber jedes chinesische Goldshop macht doch mehr Geld mit Beleihen von Gold als mit Ankaufen und Verkaufen. Die Zinsen sind unterschiedlich bis recht hoch, aber weit geringer als bei den dörflichen Wucherern, die als Pfand jeweils Landurkunden verlangen. Die Thairegierung betreibt einige Pfandleihen. Dort gibt es Kleinkredite gegen alles Mögliche. Wer an günstigen Werkzeugen etc. interessiert ist, sollte zu den Versteigerungen der nicht eingelösten Pfandsachen gehen. Die Zinsen dort liegen so bei etwa 11 % p.a., zwei Monate Kreditlaufzeit, Verlängerung um zwei Monate und danach noch einmal einen bei Zahlung des bereits fälligen Zinses ist möglich.

Ob sich Farangs tatsächlich als Kredithaie betätigen, weiss ich nicht definitiv. Als ich hier herauszog, wurde meine Frau mehrfach von Thais aus umliegenden Dörfern angesprochen, ihnen Geld zu leihen. Kategorisch: Nix gibt's! Innerhalb der direkteren Verwandtschaft vielleicht, aber ohne Zinsen und nur in Notfällen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass einige Farangs der Versuchung und der Überredung durch ihre Frauen nicht widerstehen konnten, in das vermeintlich leichte und sowohl gewinnträchtige als auch hier in Thailand glanzvolle Geschäft einzusteigen. Von meinen Freunden sicher keiner! :D

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Detlef
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Re: Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon Detlef » Do Jul 31, 2008 6:45 pm

Nun, was die Wucherer betrifft, so kann ich aus persönlicher Erfahrung nichts beitragen. Ich weiß aber, dass meine Schwiegermutter sich einmal versucht hatte, den schnellen Bath mit einem Wucherkredit zu machen, wobei sie dann auch sofort einen Totalverlust zu verbuchen hatte. Danach war sie von der Gier geheilt.

Was mich persönlich amüsiert, ist die Tatsache, dass, seitdem wir hier in Korat leben, wir bereits viele Anrufe von Verwandten bekamen, von denen Om schon lange nichts, oder überhaupt nie etwas, gehört hat. Neffen, Tanten und Geschwister haben sich freundlich nach unserem Befinden erkundigt und..... na was?, richtig! um Geld nachgefragt. Und das war kein Kleinkram! Einige haben von sich aus eine monatliche Zinszahlung von 3% angeboten. Bei einem Zinssatz von 36% kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der Eine oder Andere die Dollarzeichen in den Augen bekommt.

Habe schon zu Om gesagt, wir sollten mal alle Anrufe mit den damit verbundenen Beträgen notieren. Mal sehen, wann wir dann, theoretisch, pleite sind. :lol:

Ich frage mich nur: woher haben die alle unsere Telefonnummer? Wir haben diese Nummer erst seit einem guten halben Jahr. Das ist auf jeden Fall ein Beweis dafür, dass der Informationsfluss einwandfrei funktioniert.
...selbst ist der Mann! (wenn man ihn lässt und wenn er kann)

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pezi
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Re: Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon pezi » Do Jul 31, 2008 8:14 pm

wenn du das vernünftig machst.bist in kurzer zeit bat millionär.aber dahinter steckt ein ganzer apperat von leuten.angefangen vom geldgeber bis zum austrager.so mehr möchte ich dazu nicht sagen.gruss pezi.
iss ein heisses eisen das thema

Hannes
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Re: Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon Hannes » Fr Aug 01, 2008 6:04 am

Ich weiss von meiner Freundin, dass eine ihrer Cousinen von einem Wucherer zur Zwangsvollstreckung vor Gericht gezerrt wurde, weil noch ein relativ geringer Betrag offenstand. Sie hatte bereits fast das Doppelte des Kredites an Zinsen gezahlt. Der Richter sagte ihr, dass er ihr leider wenig helfen könnte: Vertragsfreiheit! Er drückte den Wucherer jedoch per Vergleich, einer Verminderung der Zinsen für den noch ausstehenden Kreditbetrag zuzustimmen und den Rest zu stunden.

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koratwerner (†2012)
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Re: Private Geldverleiher

Ungelesener Beitragvon koratwerner (†2012) » Fr Aug 01, 2008 9:13 am

Hallo KoratCat, Detlef, Pezi und Hannes!

Herzlichen Dank für euere Beiträge.

Wie ihr euch denken könnt, wird in bälde ein Bericht über dieses Thema auftauchen. Ich hab wirklich nicht gedacht, dass es da so viele Varianten gibt. Man lernt doch nie aus.

Gestern erhielt ich noch einen Anruf zu diesem Thema. Oma macht Warentermingeschäfte in Reis. Ich hab mich köstlich amüsiert.

Also, Omas Familie hat in der Nähe von Phimai Reisfelder. Jedes Jahr ist ihre Verwandschaft nach der Bestellung der Felder pleite und es fehlt vorne und hinten. Oma hat zwei von vier Kindern, die in Bangkok einen guten Job haben und ihr hin und wieder etwas Geld zustecken. Oma ist eisern und verwahrt dieses Geld unter der Matratze. Sobald ihre Verwandschaft in Phimai am Hungertuch nagt, nimmt sie das Ersparte und leiht es ihnen.

Rückzahlung in bar ausgeschlossen. Von Zinsen ist keine Rede. Aber es wird verhandelt, wieviel Säcke Reis nach der Ernte die Reisbauern abliefern sollen. Opa hat nun in diesem Jahr ein größeres Reishaus bauen müssen, damit genügend Lagerplatz vorhanden ist. Ist die vereinbarte Menge Reis abgeliefert, spielt Oma wieder die Wohltäterin. Erst einmal erhalten ihre zwei Zahlkinder jeder einen großen Sack, denn in Bangkok ist Reis ja teuer. Also brauchen die jetzt die Körner nicht kaufen und sind deshalb sehr dankbar, was sich in neuen Geldspenden an Oma niederschlägt.

Dann sind noch die zwei anderen Kinder mit ihren Familie da. Auch sie profitieren von Omas Reis, müssen aber Oma und Opa mit ihrer Händer Arbeit helfen, wenn Not am Mann ist.

Oma spart weiter und im Jahresablauf erneuert sich der Kreis von ihren Warentermingeschäften. Allen ist geholfen und niemand fühlt sich ausgenutzt oder gar übervorteilt.

Das ist positiver Geldverleih im Isaan.

Allen einen schönen Tag.

Werner
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